Zefanias M. beobachtet 2019, wie BVG-Securities einen obdachlosen Mann beleidigen, schreitet ein und ruft die Polizei – doch die Beamt*innen wenden gegen ihn eine Kniefixierung an, bei der ein Polizist neun Minuten mit vollem Körpergewicht auf seinem Nacken kniet, bis M. ohnmächtig wird und sich übergeben muss. Vor dem Landgericht klagt er nun gegen das Land Berlin auf 10.000 Euro Schmerzensgeld; der Prozess wird von der Kampagne „Polizei im Nacken“ begleitet, die ein Verbot dieser Praxis fordert. Im Verfahren zeigen Polizist*innen Erinnerungslücken, während Videoaufnahmen nahelegen, dass ihre Aussagen teilweise nicht stimmen können, und der Staatsanwalt den Vorwurf eines „Schauprozesses“ erhebt. Der Fall weist deutliche Parallelen zur Ermordung George Floyds auf, blieb in Deutschland aber weitgehend unbeachtet; eine Entscheidung steht noch aus, der Prozess wurde vertagt.
zum Artikel: https://taz.de/Rassistische-Polizeigewalt/!6063123
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Zefanias M. über das Vorgehen der Polizei: Selbst wenn er beleidigt hätte, sei „das Vorgehen der Polizei doch nicht gerechtfertigt gewesen“.
