Wer sind wir?
Wir sind die Kampagne »Polizei im Nacken – Kniefixierung verbieten!«. Wir sind ein Bündnis aus Einzelpersonen und Gruppen. Wir kennen (rassistische) Polizeigewalt und die Folgen davon aus dem Beratungskontext, aus der Arbeit im Gesundheitswesen, der sozialen Arbeit, als Jurist*innen, aus der eigenen politische Arbeit sowie aus eigener Erfahrung.
Wir erleben und beobachten, wie die Polizei alltäglich Schmerzgriffe und lebensbedrohliche Praktiken wie die Kniefixierungen anwendet – unter Anderem gegenüber Menschen in psychischen Ausnahmesituationen, gegen rassifizierte und geflüchtete Menschen, gegenüber Menschen in Armut und auf palästina-solidarischen Demonstrationen. Und wir sind wütend darüber!
Gemeinsam gegen Polizeigewalt und für Gerechtigkeit. Gegen die Vereinzelung. Für ein solidarisches Miteinander.
Deshalb haben wir uns gemeinsam gegen Polizeigewalt und für Gerechtigkeit zusammengeschlossen. Gegen die Vereinzelung. Für ein solidarisches Miteinander.
Unsere Haltung
Die Polizei schafft keine Sicherheit. Sicherheit für alle kann nur durch solidarisches Handeln entstehen.
Die Polizei schafft keine Sicherheit. Im Gegenteil, sie macht uns unsicher. Wenn wir demonstrieren, wenn wir streiken, wenn wir im Park sitzen, wenn wir Unterstützung brauchen oder wenn wir uns frei bewegen wollen, sind wir nicht sicher vor Polizist*innen. Die Polizei missbraucht ihre Macht, um ein ungerechtes System aufrechtzuerhalten. Sie beschützt Ordnung und Eigentum, keine Menschen. Deswegen kann die Polizei nicht korrigiert oder verbessert werden. Sicherheit für alle kann nur durch solidarisches Handeln entstehen.
Wir wenden uns explizit gegen die Vorstellung von perfekten Opfern, deren Schmerzen auf der Straße, in der Gesundheitsversorgung, im Gerichtssaal, in den Medien erst anerkannt werden, wenn sie sich auf eine bestimme Weise verhalten. Wir wenden uns gegen Empathie, die an Bedingungen geknüpft ist. Jede Person ist eine zu viel!
Unsere Ziele und Forderungen
- Kniefixierung verbieten!
- Solidarität mit Betroffenen: Unterstützung statt Kriminalisierung!
- Konsequenzen für gewaltausübende Polizeibeamt*innen: sofortige Entlassung von Polizeibeamt*innen, die Kniefixierung anwenden – kein Schlussstrich, keine Straflosigkeit!
- Gesellschaftliche Ächtung der Kniefixierung: Polizeibeamt*innen üben lebensbedrohliche und traumatische Gewalt aus, z.B. in Form der Kniefixierung
- Kritische Auseinandersetzung mit Gewaltausübung durch die Polizei: klare Benennung von Polizeigewalt und machtkritische Berichterstattung darüber – Transparenz statt Schweigen!
- Anerkennung der gesundheitlichen Folgen von Polizeigewalt
- Abschaffung von sogenannten „kriminalitätsbelasteten“ Orten (kbO) sowie Waffen- und Messerverbotszonen (WMVZ)
- Umverteilung der finanziellen Mittel von Polizei zu sozialen Einrichtungen und präventiven Angeboten, die Menschen im Alltag unterstützen
- Gerechtigkeit für alle Ermordeten und Überlebenden von Polizeigewalt!
Was tun wir?
- Wir machen Öffentlichkeitsarbeit. Dabei möchten wir über die lebensbedrohliche und traumatische Praktik der Kniefixierung aufklären und auf Polizeigewalt aufmerksam machen.
- Wir organisieren und beteiligen uns an Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen.
- Solidarische Prozessbegleitung: Wenn Betroffene einer Kniefixierung als Zeug*innen, Kläger*innen oder selbst als Angeklagte vor Gericht stehen, begleiten wir diese Prozesse solidarisch.
- Vernetzung: Das Thema Kniefixierung ist eingebettet in die Diskurse rund um Rassismus, Polizeigewalt und die Frage, was Sicherheit für uns alle bedeutet. Deswegen vernetzen wir uns mit anderen Gruppen und Bündnissen. Wir sind Teil des Bündnisses gegen Schmerzgriffe, des Bündnisses gegen die Verschärfung des Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) und des Bündnisses „Keine Einzelfälle – Polizei tötet“.
Du möchtest mitmachen?
Wir treffen uns in der Regel einmal monatlich in Berlin. Schreib uns, wenn du zu einem Treffen kommen möchtest. Du erreichst uns per Mail über knieverbieten@posteo.de oder auf Instagram findest du uns unter @polizei_im_nacken. Jede Form der Beteiligung – ob zeitintensiv oder einmalig – ist willkommen!
Sprich uns einfach an wenn du uns bei einer Veranstaltung siehst!
Schicke uns gerne Zeitungsartikel und Polizeimeldungen zu Kniefixierungen durch die Polizei oder Sicherheitspersonal.
Teile Informationen zur Kniefixierung mit Betroffenen und Zeug*innen von Polizeigewalt: Betroffen? Was tun nach einer Kniefixierung.

