Du hast eine Kniefixierung / Fixierung mit dem Knie erlebt? Du bist unsicher, ob du Anzeige erstatten willst? Du musst nicht sofort reagieren.
[Stand 03/2026]
Kurze Checkliste: Was tun nach einer Kniefixierung
Wichtig ist:
- Zeug*innen: Gibt es Menschen vor Ort, die die Gewalttat mitbekommen haben? Tausche mit ihnen deine Kontaktdaten aus.
- Gedächtnisprotokoll: Schreibe zeitnah nach der Kniefixierung möglichst detailreich auf, was, wo, wann passiert ist.
- Medizinische Folgen dokumentieren: Gehe zur Gewaltschutzambulanz (Berlin) oder zum*zur Hausärzt*in. Schildere, was passiert ist. Lasse die Verletzungen, die dir während der Kniefixierung zugefügt wurden, dokumentieren. Lasse nicht nur die physischen, sondern auch die psychischen Folgen dokumentieren. Eine Kniefixierung ist ein traumatisierendes Gewalterlebnis. Falls in den Wochen und Monaten nach der Kniefixierung weitere körperliche und psychische Folgen auftreten, lasse auch diese dokumentieren. Achte darauf, dass dokumentiert wird, dass deine Beschwerden durch die Kniefixierung ausgelöst wurden und ein klarer Zusammenhang besteht.
- Beweise sichern: Gibt es Videomaterial? Falls es am Ort des Vorfalls Überwachungskameras gab, lasse die Aufnahmen schnellstmöglich sichern (die Sicherungsfristen sind oft sehr kurz, teilweise nur 48 Stunden) und bewahre eine Kopie davon auf.
Du hast jetzt schonmal wichtige Dokumente gesammelt, die dir später helfen können. Wenn du dich dazu entscheidest, die Kniefixierung anzuzeigen, bereite dich darauf vor, dass man versuchen wird, dich einzuschüchtern. Indem man dir nicht glaubt, indem man dich und deine Aussagen als unglaubhaft durch Täter-Opfer-Umkehr, durch Lügen und falsche Darstellung der Kniefixierung durch die beteiligten Polizeibeamt*innen und staatlichen Institutionen darstellt.
Hole dir Unterstützung und Beratung
Suche dir Unterstützung in deinem Freund*innen- und Familienkreis, kontaktiere bei Bedarf Initiativen (wie KOP) oder Beratungsstellen (wie ReachOut), die sich gegen (rassistische) Polizeigewalt einsetzen und dich beraten können. Suche dir eine*n Anwält*in, die im besten Fall schon Erfahrung in diesem Bereich hat. Unabhängig davon, wie ein möglicher Gerichtsprozess ausgeht, ist bereits die Anzeige einer Kniefixierung ein Erfolg.
Mögliche Kontakt und Beratungsstellen bei Gewalt:
- KOP Berlin: https://kop-berlin.de/ und auf instagram @kop_berlin
- ReachOut: https://www.reachoutberlin.de
- Copwatch Hamburg: http://copwatch-hh.org und auf instagram @copwatch_hh
- Copwatch FFM: https://www.copwatchffm.org und auf instagram @copwatchffm
- Copwatch Leipzig: https://copwatchleipzig.home.blog und auf instagram @copwatch_le
Mehr findest du in einer Broschüre, die dich über deine Rechte bei rassistischer Polizeigewalt aufklärt (Stand 11/2023).
Du bist Zeug*in einer Kniefixierung?
- Solidarisiere dich mit den Betroffenen, biete dich als Zeug*in an. Sprich vor Ort ggf. weitere Menschen an, die auch Zeug*innen sein können. Tauscht eure Kontaktdaten aus.
- Dienstnummern der Polizist*innen notieren: Frag die Polizist*innen nach ihren Dienstnummern. Die Verweigerung der Dienstnummer ist rechtswidrig.
- Film die Gewalttat: Falls du die Möglichkeit hattest, den Vorfall mit dem Handy zu filmen, bewahre das Video auf. Du darfst filmen, solange du die Polizeiarbeit nicht „störst“. Einen Leitfaden zum Filmen von Polizeigewalt findest du auf GoFilmThePolice.
- Gedächtnisprotokoll: Schreibe zeitnah nach der Kniefixierung möglichst detailreich auf, was du wo und wann du beobachtet hast.
